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Kritikpunkte:
S$ Führung:
Zwar ist es richtig, dass der AR-Vorsitzende nach dem AktG die Interessen des Unternehmens zu verfolgen hat, gleichzeitig ist der Vors. des Aufsichtsrats nicht zufällig der politisch verantwortliche Wirtschaftssenator. Er soll im AR die öffentlichen Interessen einbringen und die Berliner Wasserbetriebe als AR-Vors. demokratisch legitimieren. Diese Frage stellt sich den Gutachtern überhaupt nicht. Vielmehr stellen sie den "Verrrat" des Aufsichtsvorsitzenden gegenüber den Unternehmensinteressen der unter der betrieblichen Führung der Privaten stehenden Berliner Wasserbetriebe in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung. Während der Aufsichtsrat der Berliner Wasserbetriebe durch die Bedeutung der Vertreter der öffentlichen Hand nach Ansicht von Juristen demokratisch legitimiert ist, ist es der Vorstand, der unter der unternehmerischen Führung der Privaten steht, überhaupt nicht. Das es hier objektive, legitime Gegensätze zwischen den öffentlichen Interessen und dem unter der unternehmerischen Führung der Privaten stehenden Vorstand geben kann, ist den Gutachtern hier weitgehen entgangen und wenn es hier Gegensätze gibt, dann sollen sie eindeutig zugunsten der privaten Interessen entschieden werden. Die Gutachter stellen sich damit konsequent auf die Seite des im Interesse der Privaten handelnden Vorstandes und nicht auf die Seite der Berliner Bürger und Bürgerinnen. Die Parteilichkeit der Gutachter wird offensichtlich, obgleich sie im Auftrag der IHK einer "Körperschaft des öffentlichen Rechts" handeln. Wenn sie in dem Handeln des Wirtschaftssenators ein Verstoß gegen eine gute Corporate Governance sehen, dann wird deutlich, welche Positionen solche "Wirtschaftsethiker" vertreten und welche Aufgabe "Corporate Governance" in dieser Gesellschaft hat.

Nun ist das Bundeskartellamt, das mit der Prüfung der Wasserpreise beauftragt wurde, keine revolutionäre Institution. Im Gegenteil: Das Amt ist Teil der Rahmenbedingungen zur Umsetzung neoliberaler Konzeptionen. Wie ist es eigentlich mit der Ideologie des Neoliberalismus bestellt, wenn selbst die Anrufung eines solchen harmlosen, ideologisch neoliberal verorteten Institution wie des Bundeskartellamts so vehement von Vertretern der "freien" Wirtschaft bekämpft wird, während die gleichen Neoliberalen nichts dabei finden, dass Konzerne eine vertraglich festgelegte, systemwidrige, staatlich garantierte Gewinnausfallgarantie erhalten.Waldner 09:49, 6. Apr. 2012 (UTC)

S$ Alternativen:
Herauskommen soll aus der Sicht der Gutachter, dass zur Reduktion des Grundwasserentnahmeentgelt und zum Gewinnverzicht der öffentlichen Hand – also zur einseitigen Reduzierung der Einnahmen Berlins – keine Alternative gibt. Dass es dazu Alternativen gibt, wurde in einem Gegengutachten (vgl. Heinrich 2011) beschrieben. Waldner 09:49, 6. Apr. 2012 (UTC)

↓ Textabschnitt aus Gutachten-Seite 14

Es wurde außerdem der Frage nachgegangen, ob es den Prinzipien guter Corporate Governance entsprechen würde, wenn der Aufsichtsratsvorsitzende das Bundeskartellamt einschaltet, um die Trinkwasserpreise zu überprüfen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der herausgehobenen Position, die der Aufsichtsratsvorsitzende u. a. entsprechend der Regelungen Regelungen im Berliner Betriebe-Gesetz einnimmt, kann von einer Missachtung der Prinzipien guter Corporate Governance gesprochen werden und somit die Frage (d) bestätigt werden. Somit wird Frage (d) positiv beantwortet. Unterstützt wird diese Aussage durch die Annahme, dass der Berliner Senat die Wasserpreise auch ohne Rekommunalisierung bereits in den letzten Jahren durch Reduktion des Grundwasserentnahmeentgelts oder Gewinnverzicht hätte senken können.

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