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Kritikpunkte:
M$ Ständige Zinszahlungen und Tilgung
Dieser Kritikpunkt bezieht sich nicht auf die in die Rechnung eingehenden Zahlen wie Rückkaufpreis, Prozentsatz für den Kommunalkredit oder Gesamt-Tarifkosten. Ob diese korrekt sind, ist in diesem Zusammenhang unwichtig. Hier liegt vielmehr ein krasser methodischer Fehler vor. Hier wird nämlich bei Verwendung dieser Zahlen behauptet, der Senkungs-Effekt einer Rekommunalisierung auf die Wasserpreise betrage bei Berücksichtigung von 75 Tilgungsjahren im Szenario A nur 0,4%. Das ist definitiv falsch. Dieser falsche Wert ergibt sich nur, wenn man den gleichen Zinsbetrag über den gesamten Zeitraum annimmt und dann noch gleiche Tilgungsraten dazu addiert. Dabei ignorieren die Gutachter völlig, dass sich alle Abzahlungsraten aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammensetzen, wobei sich der Tilgungsanteil ständig vergrößert und der Zinsanteil entsprechend immer geringer wird. Deshalb wachsen die Raten bei mitlaufender Tilgung gar nicht so stark, wie man vielleicht zunächst annehmen würde. Deutlich wird das aus folgendem Berechnungsschema:


Einspareffekte

--Flötist 20:01, 15. Apr. 2012 (UTC)

↓ Textabschnitt aus Gutachten-Seite 11

Die Rekommunalisierung der Wasserbetriebe würde auf der einen Seite die Teilgewinnabführung an die Stillen Gesellschafter in Höhe von durchschnittlich 133 Mio. Euro in jedem der letzten beiden Jahre vermeiden. Dem gegenüber ständen Zinszahlungen von rund 80 Mio. Euro im Jahr in Szenario A und 68 Mio. Euro in Szenario B. Allerdings würden auch die Gewerbesteuereinnahmen von rund 18,5 Mio. Euro wegfallen, die die privaten Anteilseigner zahlen müssten,38 so dass der Nettoeffekt dieser drei Teileffekte bei rund 34,2 Mio. Euro bzw. 45,9 Mio. Euro p.a. läge. Würde das Geld komplett in eine Preisreduktion fließen, was aber bedeuten würde, dass keine Tilgung erfolgt, könnten die Wasserpreise um 3,0% bzw. 4,0% (aber nicht um 15% oder mehr) sinken. Da aber eine Tilgung zu leisten ist, wurde diese auf 75 Jahre berechnet, was noch 50% über der maximalen Abschreibungsdauer für besonders langfristige Investitionen der Wasserbetriebe liegt. Das bedeutet, dass pro Jahr 30,1 bzw. 25,6 Mio. Euro zu tilgen wären, so dass nur noch rund 4,1 bzw. 20,3 Mio. Euro für Preisanpassungen zur Verfügung stünden, was eine Reduktion der Gesamtpreise (Trinkwasser und Abwasser) um 0,4% bzw. maximal 1,8% (in Szenario B), bezogen auf Trink- und Abwasser ermöglichen würde.39

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38 14% laut Fußnote 2 bei Oelmann et al. (2010), S. 35.

39 Im Anhang findet sich zusätzlich eine Betrachtung der Effekte der Rekommunalisierung ausschließlich auf die Trinkwasserpreise.

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