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Kritikpunkte:

Immer Mittelwerte?

M$ Die aus den Brutto-Cashflows errechneten Freien Cashflows, die mit dem WACC abgezinst werden, müssen individuell für vier bis fünf Jahre errechnet werden, Das ist hier nicht geschehen. Vielmehr haben die Gutachter nur zwei Jahre, die Jahre mit den höchsten Cashflows, um die Ergebisse nach oben zu drücken, verwendet und dazu auch nicht die einzelnen Cashflows der beiden Jahre, sondern den Mittelwert errechnet, obgleich sie das bei der Anwendung des "risikolosen Zinses" gerade nicht taten, sondern den niedrigeren Zinssatz vom Jahr 2009 auch für 2008 verwendeten. Es war eigentlich zu erwarten. das die Gutachter bei der Durschnittmethode bleiben. Das ist aber bei einzelnen Indikatoren nicht der Fall. Waldner 20:58, 24. Mär. 2012 (UTC)

Berechnung der Zinsniveaus. M$ Zu der Ermittlung der Zinsniveaus sagen die Gutachter herzlich wenig, Sie müssten ausführlich begründet werden. Neben den reinen methodischer Fehlern ist das ein wesenlicher inhaltlicher Mangel. Waldner 18:12, 25. Mär. 2012 (UTC)

Auswahl der Cashflows

M$ Durch die Auswahl der einmalig hohen FCF 2008 und 2009 wird unterstellt, dass dieses hohe Niveau auch zukünftig beibehalten wird. Das muss jedoch aufgrund zahlreicher Probleme wie zurückgehender Wasserverbrauch bei steigenden Preisen, hohe Fixkosten, hohe Investitionskosten wie erforderliche Sanierung des Mischkanalsystems, erforderliche Einführung der vierten Reinigungsstufe, Belastung zahlreicher Flächen mit ungewissen Einträgen, Auswirkungen des Braunkohletagebaus in der Lausitz auf die Qualität der Oberflächengewässer, die Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), Einstellung auf zukünftige klimatische Veränderungen mit zurückgehendem Regeneintrag, Abmahnung des Bundeskartellamtes, Beschwerde wegen Verletzung des europäischen Beihilferechts bezogen auf die Renditegarantie, die Liquiditätsprobleme der Privaten usw. bezweifelt werden. Der FCF lag 2010 bereits um 7,6% unter dem Niveau von 2009 und 12,4% unter dem Durchschnittsniveau von 2008 und 2009. Besonders niedrig waren die Werte von 2005 und 2006. Die Schwankungsbreite (Volatilität) der FCF ist ist im Gegensatz zu den Ausführungen der Gutachter doch wesentlich größer als sie annahmen. Sie haben sie wahrscheinlich erst gar nicht aus Kostengründen untersucht. Jedenfalls fehlt diese Untersuchung im Gutachten, obgleich die Zahlen in den GB's veröffentlicht werden. Mit der Auswahl der FCF's 2008 und 2009 ist der berechnete Unternehmenswert eindeutig überhöht, weil davon ausgegangen wird, das alles so weiter geht wie 2008 und 2009. Das gilt insbesondere für den im Hinblick auf den zu errechnenden Unternehmenswert stark ins Gewicht fallenden Fortführungswert der ewigen Rente, der dann überhöht ausgewiesen wird. Waldner 20:43, 24. Mär. 2012 (UTC)

Fremdkapitalzinsen

M$ Wie schon oben dargestellt, hat der kalkulatorische Zins der Berliner Wasserbetriebe mit der Errechnung des DCF-Entity-Wertes der Anteile der Privaten Wasserbetriebe nichts zu tun. Es kommt dabei nicht auf Sonderkonditionen, sondern auf allgemein geltende Fremdkapital- Zinsen an. Die hier genannten kalkulatorischen Zinsen beziehen sich auch immer auf das betriebsnotwendige Kapital und nicht auf das Eigenkapital. Darauf gehen die Verfasser in der Anm. gar nicht ein. In Anm 28 geht es den Verfassern scheinbar um den Sachverhalt, dass die kalkutaroschen Zinsen der Berliner Wasserbetriebe auf alle betriebsnotwendigen Vermögenbestandteile auch auf die Kredite berechnet werden, während die Berliner Wasserbetriebe selbst wesentlich niedrigere Zinsen an ihre Kreditinstitute für ihre Kredite zahlen. Das ist entspringt der Tatsache, dass die Berliner Wasserbetriebe höhere kalkulatorische Zinsen gegenüber den Wassverbrauchern ansetzen als sie selber entrichten.. (Dazu Dr. Engelsing von der 8. Beschlussabteilung des Bundeskartellamtes in seinem vorläufigen Gutachten, S. 126: "Insbesondere aber führt der Mischzinssatz dazu, dass die BWB in der Preiskalkulation gegenüber ihren Kunden weit höhere Zinsen ansetzt, als sie selbst bezahlen muss. Den hohen Mischzinssatz von 7,69% kalkuliert die BWB für das gesamte betriebsnotwendige Vermögen, auch soweit dieses rein fremdfinanziert ist. Läge der Fremdkapitalzinssatz der BWB bei 7,69% wäre diese notwendig, weil sie sie dann in der Preiskalkulation zu realen Zinskosten ansetzen würde. Tatsächlich liegt der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz der BWB bei 4,24%." Hieraus resultiert u.a. auch der Gewinn der Berliner Wasserbetriebe als auch die garantierte Rendite für die privaten Anteilseigner. Diesen Zusammenhang verschweigen die Gutachter natürlich in ihrer Anmerkung. Insgesamt sind ihre Anmerkungen für die Unternehmenswertberechnung jedoch nicht zielführend. Wir müssen bei der Unternehmenswertberechnung nicht den kalkulatorischen Zinsfuß, sondern die künftig durchschnittlich tatsächlich zu zahlenden Zinsfüße auf das Fremdkapital zugrundelegen.

M$ In Anm. 28, S.8. wird auf den Geschäftsbericht der Berliner Wasserbetriebe von 2009 verwiesen. Danach betrug das verzinsliche Fremdkapital der Berliner Wasserbetriebe 2.457,8 Mio Euro (vgl. GB BWB 2009, S. 15) Nicht darauf hingewiesen haben die Verfasser aber auf den Zinsbetrag, den die Berliner Wasserbetriebe im gleichen Jahr gezahlt haben: 106,7 Mio. Euro (vgl. GB BWB 2009, S.12), woraus sich ein Fremdkapitalzinssatz von 4,34 errechnet. Für 2008 ergibt sich ein geschätzter Zinssatz von 4.65, woraus ein Duschnittszinssatz von 4,50 für 2008 und 2009 ermittelt wird. Wenn die Verfasser auch diese Berechnungen nicht anstellen, sind die Ausführungen in der Anm.28 auf S. 8 nicht zielführend, weil wir nicht die Fremdkapitalzinsfüße für die Berliner Wasserbetriebe zu ermitteln haben, sondern die der aktiennotierten Wasserunternehmen allgemein ansetzen müssen. Waldner 21:33, 24. Mär. 2012 (UTC)

In diesem Zusammenhang gibt es in der Literatur einige Angaben: So ermittelt NERA, Cost of Capital for PR09. A Final Report für Water UK, January 2009, p 88 eine Ranking A realen d.h. inflationsbereitigten Zinssatz für Fremdkapitalzinzen mit einer Bandbreite zwischen 3.8 - 4.3 %, also mit einem mittleren Wert von 4,1%. OFWAT: Future water and sewerage charges 2010 - 2015, p. 127 kommt bei den Fremdkapitalzinsen Brutto mit Steuern auf 2,5 - 4,7 . Das ergibt einen mittleren Wert von 3.6. Die Bundesnetzagentur gibt für 2009 - 2013, einen Fremdkapitalzinssatz von 4.2 % an. Oxera, Estimating the cost of capital of the Dutch water companies. Prepared for Dutch Ministry of Infrastructure an Environment, March 11th 2011, p.3 : gibt für öffentl. Unternehmen ohne Steuer einen Wert von 4,71% an Für 19 europäische Länder ergibt sich ein Durchschnitt von 4,1% (errechnet aus: Angaben von Schaeffler, Stephan; Weber, Christoph (Chair for Management Sciences and Energy Economics): The Cost of Equity of Network Operators - Empirical Evidence an Regulatory Practise, January 31, 2011 (EWL-Working Paper No. 01/11), p. 11) Auf der Grundlage dieswr Daten kommen wir auf einen Fremdkapitalzins von 4,1 %, der niedriger liegt als die Fremdkapital- Zinsfüße der Berliner Wasserbetriebe 4,50 und der Gutachter mit 4,61%. Das deutet darauf hin, dass sich die Berliner Wasserbetriebe gerade nicht günstig verschuldet haben, wie die Gutachter behaupten.)Waldner 19:22, 25. Mär. 2012 (UTC)

↓ Textabschnitt aus Gutachten-Seite 8

Anders als in den meisten Unternehmen ist eine vergleichsweise dauerhafte Stetigkeit der die Jahresüberschüsse determinierenden Faktoren (Delta zwischen kalkulatorischem Zins und tatsächlichem Zins bleibt sehr langfristig relativ konstant28) gegeben, so dass der Ansatz der so genannten „ewigen Rente“ (also einer „ewig“ laufenden Ein- oder Auszahlung in immer gleicher Höhe) bei der Ermittlung der Cash-Flows angemessen ist, ebenso wie die Annahme einer geringen Volatilität der Überschüsse.29

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28 Der kalkulatorische Zins ergibt sich aus der Durchschnittsrendite konservativer Vermögensanlagen, zu denen aber die ursprüngliche Referenz vom 20-jährigen Durchschnitt 10-jähriger Bundesanleihen zu zählen wäre. Der kalkulatorische Zins bezieht sich auf das betriebsnotwendige Kapital (rund 4 Mrd. Euro). Der tatsächliche Zinssatz ist auf Grund der günstigen Finanzierungssituation der BWB geringer als der kalkulatorische Zinssatz und bezieht sich zudem nur auf das verzinsliche Fremdkapital, das 2009 2.458 Mio. Euro betrug (vgl. Geschäftsbericht 2009 der BWB, S. 15).

29 Vgl. Hern et al. (2010), S. 49.

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