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Kritikpunkte:

M$ Unternehmenswert:
Obwohl die Autoren in der Einleitung des des Gutachtens (Fußnote 2) angeben, nur den gewerblichen Betriebsteil Wasserversorgung behandeln zu wollen , wird hier – ohne dies überhaupt zu erwähnen – davon ausgegangen, dass sich der zu berechnende Unternehmenswert auf das ganze Unternehmen einschließlich des weit gewichtigeren Betriebsteils Abwasser bezieht. Indirekt vergleichen sie damit Äpfel mit Birnen. Sie hätten ausschließlich den Unternehmenswert für die Anteile der Privaten am Betriebsteil Wasser der Berliner Wasserbetriebe heranziehen dürfen oder aber die Abwasserpreise in das Gutachten mit einbeziehen müssen.

S$ Die Ausführung der gewählten DCF-Entity-Methode bei der Berechnung des Unternehmenswerts genügt nicht den einfachsten betriebswirtschaftlichen Anforderungen. In den angewandten DCF-Rechnungen ist den Gutachtern gar nicht aufgefallen, dass sie mit gegenüber den Fremdkapitalzinsen niedrigeren Eigenkapitalzinsen rechnen. Diese Rechnung dürfte jedoch selbst für eingefleischte sharholder value Vertreter nicht aufgehen. Die errechneten Unternehmenswerte müssen falsch sein. Waldner 19:35, 24. Mär. 2012 (UTC)

M$ Methode:

Risikoloser Zinssatz
Grundlage der DCF-Entity-Methode ist die Errechnung eines durchschnittlichen Kapitalkostensatzes der Unternehmung. Dieser risikoadjustierte Gesamtkapitalzinssatz ergibt sich aus dem gewichteten Eigenkapitalzinssatz (Eigenkapital zum Gesamtkapital) und dem gewichteten Fremdkapitalzinssatz (Fremdkapital im Verhältnis zum Gesamtkapital). Diese Gesamtkapitalzinskostensatz wird im Modell Weighted Average Cost of Capital = WACC genannt.

Da es sich bei der DCF-Methode ausgehend von der kapitalmarktorientierten Aktienswertsteuerung um einen kapitalmarkttheoretischen Ansatz handelt, haben kurzfristige Geldmarktzinsen, die zweifellos in gewisser Weise auch risikolos sein können, hier nichts zu suchen. Bei der Anwendung kurzfristiger Geldmarktzinsen wird unterstellt, dass sie auch zukünftig so niedrig bleiben. Der niedrige Zinssatz vor 2009 ist jedoch als Sonderentwicklung auf die Finanzkrise zurückzuführen und kann die zukünftigen Jahre nicht bestimmen. Die Heranziehung des kurzfristigen, sechsmonatigen Euribors (12-monatiger Durschnitt von 2009 auch für 2008 hat nur die Aufgabe, den Unternehmenswert rechnerisch nach oben zu drücken. Er könnte höchstens noch bei der Berechnung der anzusetzenden Fremdkapitalzinsen eine Rolle spielen.

'Der risikolose Zinssatz ist definiert als der Preis (Zinssatz), der den 'Investor dazu verleitet, auf sicheren Konsum zu verzichten und in den sicheren zukünftigen Konsum zu investieren. (vgl. NERA (Hern, , Haug, Legg, Robinson): Cost of Capital for PR09. A Final Report for Water UK, January 2009, p.2) NERA untersuchte in diesem Zusammenhang mehrere verschiedenen kurzfristige Anlagen von 1998 - 2008 bzw. von 1999 - 2009 (vgl. NERA Economic Consulting (Hern, Richard; Haug,Tomas; Legg, Anthony, Robinson, Mark): Cost of Capital for PR09. A Final Report for Water UK, January 2009, p. 21), nach der sie den risikolosen Zins mit 2,5% für den Wasserbereich festsetzen unter Berücksichtigung, dass nach den Entscheidungen der Europäischen Regulierungsbehörden der risikolose Zins zwischen 2,25 und 2,75 liege. (ebenda)

M$ Risikoloser Zinssatz zu Fußnote 25

In der betriebswirtschaftlichen Literatur werden statt der kurzfristigen Geldmarktzinsen die durchschnittlichen Kapitalmarktzinsen 10-jähriger Staatsanleihen (Bundesanleihen) als risikolose Zinsen angesehen.
NERA Economic Consulting, Hern, Richard; Haug, Tomas; Kraus, Michael u.a.:
Die Kapitalkosten deutscher Eisenbahnstruktur-unternehmen. Gutachten im Auftrag der deutschen Bundesbahn AG, London 18. Juni 1910, S. 2 kommen auf einen mittleren Zinssatz von 4,31 bei einer Bandbreite von 4,17 – 4,44 % ohne Abzug des Inflationsfaktors.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW); Freier, Sebastian, Funke, Bernd; Gockeln Andreas. u.a.: Eckpunkte einer Wasserkalkulation in der Wasserwirtschaft, Berlin 2008, S. 18, die aus Kalkulationsgründen die zehnjährige Inflationsrate für abziehen und dann bei 2,71 landen. OFWAT setzt für den risikofreien Zins auf der Grundlage britischer Verhältnisse 2% für den risikolosen Zins an („It also consistent with the ten-year-long-run historic UK Index-linked gilts of five – and ten-Year maturity). OFWAT, Future water and sewerage charges 2010 - 15: Final Determinations, London o.J., p. 128.

Wir glauben, dass wir mit der vom BDEW inflationsbereinigt für 2008 von 2,71% von der NERA infaltionsbereinigt von errechneten Wert für 2009 mit 2,5% auf der richtigen Seite sind. Jedenfalls ist der von den Gutachtern ermittelte Wert entschieden zu niedrig: Sie sind noch nicht einmal in der Lage, den durchschnittlichen Zinssatz für 2009 von 1,519 % auf 1,52 % aufzurunden, wie es mathematisch richtig gewesen wäre

Prüft man die Angaben der Gutachter zum Euribor im Internet noch einmal nach in: http://de.euribor-rates.eu/euribor-2008.asp?i1=9&i2=1 (27.1.2012) und: http://de.euribor-rates.eu/euribor-2009.asp?i1=9&i2=1 (27.1.2012), kommt man zu folgenden Ergebnissen: Der Durchschnitt der einzelnen 6-Monats-EURIBOR-Zinssätze für alle 12 Monate des Jahres 2008 beträgt 4,791 %. Der entsprechende Durchschnitt für 2009 beträgt 1,519 %. Das arithmetische Mittel beider Zinssätze beträgt 3,155 %. Daraus folgt: Die Gutachter haben ausgehend von der falschen Auswahl der Zinssätze nicht den Durchschnitt der beiden Jahre 2008 und 2009 angesetzt, wie sie es in anderen Positionen ja getan haben, sondern das niedrigere arithmetische Mittel des Jahres 2009 mit 1,519 % auch für das Jahr 2008 verwendet! Sie hätten auch noch den Mittelwert der Jahre 2008 und 2009 in Höhe von 3,155 % ansetzen können. Das haben sie nicht getan. obgleich sie bei den Cashflows Durchschnitte der Daten von 2008 und 2009 angesetzt haben. Es ist klar, dass die Geldmarktsätze in der Finanzkrise fallen, wenn das Angebot an kurzfristigen Anlagen extrem zunimmt. Diese Entwicklung wurde von den Gutachtern ausgenutzt. Wenn es darum geht, den Zinssatz möglichst niedrig anzugeben, dann ist den Autoren kein Trick zu billig. Sie sind noch nicht einmal in der Lage, den durchschnittlichen Zinssatz für 2009 von 1,519 % auf 1,52 % aufzurunden, wie es mathematisch richtig gewesen wäre. Sie müssen noch den um ein Hundertstel niedrigeren Wert von 1,51 % für risikofreie Anlagen verwenden, um ihre Manipulation voll zu machen. Waldner 19:57, 7. Mai 2012 (UTC)

M$ Marktrisikoprämie zur Fußnote 26

Eine Marktrisikoprämie von 2% (nach r+2%) bzw. wahlweise 3% des Konsortialvertrages bezieht sich nicht auf das Eigenkapital der Berliner Wasserbetriebe, sondern auf das betriebsnotwendige Kapital. Das ist betriebswirtschaftlich nicht das Gleiche. Die Marktrisikoprämie hat mit einem im Konsortialvertrag vereinbarten Risikoaufschlag von 2% und der Einbehaltung des Effizienzzinses für drei Jahre aber nichts zu tun. Sie wird völlig anders ermittelt, so dass Fußnote 26 fehl geht und nicht zielführend im Sinne der DCF-Entity - Wertermittlungsmethode ist. Der Ansatz von 2 und 3 Prozent als Variablen der Marktrisikoprämie bei Schwalbach ua. ist methodisch und systematisch falsch. Sie gehören, wenn überhaupt, in die Berechnung des systematischen Beta, das das systematische Risiko abdecken soll. RHWT 22:15, 23. Mär. 2012 (UTC)

M$ Was die Fremdkapitalzinsen angeht, so sollten die Gutachter sich so weit wie möglich an das Vergleichsprinzip halten. Die Verwendung der Degewo - Zinsen verstößt dagegen. Sie sind nur deshalb aus Vereinfachungsgründen herangezogen worden, weil Verfasser vor dem IHK-Gutachten ein Gutachten für die Wohnungswirtschaft erstellt hatten und statt für ihr Geld eigene Ermittlungen anzustellen, diese sich lieber ersparten.

Das Beta

Waldner 17:20, 24. Mär. 2012 (UTC)

↓ Textabschnitt aus Gutachten-Seite 8

Wie hoch wäre der Preis, den Berlin für den Rückkauf zahlen müsste?

Im Rahmen dieses Gutachtens soll der Kaufpreis für die 49,9% der Anteile der BWB mit der allgemein üblichen Methode des „Discounted Cash-Flow“ (DCF) ermittelt werden („Entity-Ansatz“24). Anhand der in Tabelle 3 dargestellten Werte, soll die Berechnungsmethode im Folgenden erläutert werden. Beim Entity-Ansatz wird der Barwert bzw. heutige Wert einer in der Zukunft liegenden Reihe von Cash-Flows mit einem risiko-adjustierten Zinssatz abdiskontiert. Dieser Zinssatz ergibt sich aus dem gewichteten Eigenkapitalzins und dem gewichteten Fremdkapitalzins als sogenannte WACC (Weighted Average Cost of Capital). Der Eigenkapital-Zinssatz ergibt sich – vereinfacht gesprochen – aus einem Basiszins für sichere Anlagen (EURIBOR25, siehe Zeile 4 der Tabelle 3) und einem Aufschlag, der das Risiko, wie z. B. die Volatilität dieser erwarteten Cash-Flows, reflektiert (Marktrisikoprämie26, siehe Zeile 5). Der Fremdkapitalzins wird aus den gewichteten Zinsen aller Fremdkapital-Positionen gebildet.27 Das Fremdkapital wird nach Berechnung des Barwerts vom Gesamtkapital zu Marktwerten abgezogen, um den Wert des Eigenkapitals zu erhalten.

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24 Der Entity-Ansatz entspricht dem Equity-Ansatz im Ergebnis, mit dem Unterschied, dass das Fremdkapital in der Berechnung in unterschiedlichen Positionen berücksichtigt wird.

25 Der EURIBOR (European Interbank Offered Rate) ist der Zinssatz, den europäische Banken voneinander beim Handel von Einlagen mit einer festgelegten Laufzeit (eine Woche und zwischen einem und zwölf Monaten) verlangen. Er ist der wichtigste Referenzzinssatz für variabel verzinsliche Anleihen und der Zinssatz, der allgemein für eine gänzlich risikofreie Anlage in Berechnungen verwendet wird.

26 Die Marktrisikoprämie ergibt sich aus der Formel für die angemessene Verzinsung des Eigenkapitals, die mit der Formel „r+2“ Im Teilprivatisierungsgesetz von 1999 eingeführt wurde und die Grundlage für die Vereinbarung des Land Berlins mit den privaten Gesellschaftern bildet. Das „r“ entspricht dem Basiszins auf sichere Anlagen. Die „+2“ bedeutet einen Aufschlag auf den Basiszins von 2%.

27 Der Fremdkapitalzins wurde der Einfachheit halber von einem kommunalen Referenzunternehmen – dem Berliner Wohnungsunternehmen degewo – entnommen.

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