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Kritikpunkte: M$ Es müssten die Strukturen vergleichbarer Wasserwerke miteinander untersucht werden, was hier nicht erfolgt. So müsste der Anteil der Großabnehmer auch bei diesen in Bezug auf die Verbrauchsmenge ermittelt werden, da der Verbrauch von Großkunden kostengünstiger ist. Insbesondere müsste der Anteil der industriellen Abnehmer ermittelt werden. Da die Industrie in Berlin eine relativ geringe Rolle spielt, dürften zu den Großkunden insbesondere die Wohnungsgesellschaften zählen, die ihre Wasserabnahme auf ihre Mieter verteilen. Ein Hinweis darauf fehlt. Hohe Fixkosten gelten für alle Wasserbetriebe und sind nicht ein berlinspezifisches Merkmal. Pro Einwohner ist die Rohrlänge in Berlin jedoch geringer als bei anderen großstädtischen Versorgern.

Als sinnvoller Indikator für die Versorgungsdichte hat sich der Metermengenwert (MMW) erwiesen. Diese Kategorie wird von den Gutachtern verständlicher Weise überhaupt nicht ins Spiel gebracht.

So hatte die Landeskartellbehörde Hessen zum Vergleich die Versorgungsdichte, die Abnehmerdichte, die Versorgten Einwohner, die Wasserabgabestruktur und die Gesamterträge vergleichbarer Wasserversorgungsbetriebe miteinander verglichen. "Hierunter hat der sogenannte Metermengenwert eine besondere Bedeutung, weil sich dadurch Rückschlüsse auf die Versorgungsdichte ziehen lassen. Der Metermengenwert gibt an, wie viele Kubikmeter Wasser pro Meter Leitungsnetz (pro Jahr W.) geliefert werden."

Wasser- und Abwasser in Deutschland wikipedia 6.5.12

Ein hoher Metermengenwert ist ein Indiz für günstige Bedingungen. Berlin hat einen hohen Metermengenwert im Vergleich zu anderen vergleichbaren Versorgern. Das bedeutet, dass Berlin im Verhältnis zu anderen Versorgern ihren kunden verhältnismäßig kostengünstig Wasser anbieten kann. Dazu kommen noch die verhältnismäßig günstigen naturräumlichen Bedigungen. Ist der Metermengewert bei vergleichbaren Versorgern ähnlich hoch, aber differieren die Preise erheblich, ist dies ein Indiz für zu hohe Preise. Um den Beweis für zu hohe Preise anzutreten, müssen jedoch noch andere weitere Indikatoren untersucht werden. (s.o.) Das Bundeskartellamt hat den MMW auf der Grundlage der Arbeit des Landeskartellamtes Hessen auch in Bezug auf den Wasserpreisvergleich der BWB zu anderen vergleichbaren Wasserbetrieben in Hamburg, Köln und München untersucht und eine Differenz gegenüber den tatsächlichen Kosten und den Preisen in Berlin herausgerabeitet (vgl. Engelsing, Kartelleamt) Zur Verwendung des Indikators Metermengenwert durch die Hessische Landeskartellbehörde führte der BGH in seiner Entscheidung "Wasserpreise Wetzlar" v. 2.2.10 (KVR 66/08), S. 17 aus: "Entgegen der Ansicht der Rechtsbeschwerde ist nicht zu beanstanden, dass die Landeskartellbehörde bei der Ermittlung der Vergleichspreise die unterschiediche Versorgungsdichte - anhand des Metermengenwertes - durch Zu- oder Abschläge berücksichtigt hat, Das Beschwerdegericht hat zutreffend ausgeführt. dass die Versorgungsdichte wesentlichen Einfluss auf die Kostenstruktur hat. Bei höheren Abgabemengen pro Meter Leitungsnetz ist die Versorgung in der Tendenz kostengünstiger als bei einer niederigeren Menge."

Da halt auch nicht, dass die zuständige Lobbyorganisation BDEW, dem Gericht vor Entscheidung eine von ihr bei Pwc in Auftrag gegebene Studie zuspielte, die nachweisen wollte, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Metermengenwert und den Wasserpreisen gäbe. (vgl. Manager-Magazin "BGH Urteil. Hessen siegt gegen die Wasserwirtschaft 2.2.10 in: www.webcitation.org/5XHOBluFA v. 6.5.12))

Waldner 11:17, 6. Mai 2012 (UTC)

↓ Textabschnitt aus Gutachten-Seite 3

In Bezug auf die Verbrauchsmenge machen jedoch Großkunden ca. 60% aus. Generell führt in der Wasserversorgung ein Rückgang der Nachfrage aufgrund der relativ geringen Bedeutung der variablen Kosten und hoher Fixkosten nicht zu einem niedrigeren Wasserpreis.14 Hintergrund ist, dass durch den Preis alle Kosten der Wasserversorgung gedeckt werden müssen. Normalerweise werden hohe Fixkosten durch einen mengenunabhängigen Grundpreis aufgefangen. In Berlin wurde erst im Jahr 2007 zusätzlich zum Mengenpreis ein Grundpreis eingeführt. Der Grundpreis macht an den Gesamteinnahmen der Berliner Wasserwerke jedoch nur einen geringen Teil aus. Insofern bewirkt die Umlegung der hohen Fixkosten insbesondere bei einem Nachfragerückgang Preissteigerungen.

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14 Vgl. Pawlowski (2009), S. 287.

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